Für die Medienwelt eine große Sache, wenn Armin Wolf als linke Ratte bezeichnet wird!

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Quelle: Unzensuriert

"Wenn ein Säulenheiliger der Gutmenschen kritisiert oder beschimpft wird, dann gehen die medialen Wellen hoch!" Foto: Nicholas Boos / flickr.com (CC BY-ND 2.0)

„Wenn ein Säulenheiliger der Gutmenschen kritisiert oder beschimpft wird, dann gehen die medialen Wellen hoch!“
Foto: Nicholas Boos / flickr.com (CC BY-ND 2.0)

„Sau“, „Arschloch“ und „Hurensohn“ sind noch die netteren Ausdrücke, mit denen FPÖ-Politiker regelmäßig bedacht werden. Wann und wo immer in Österreich Wahlkampf geführt wird, werden die Plakate der Freiheitlichen mit solchen Ausdrücken verunziert. Auch das obligate Hitlerbärtchen oder Hakenkreuz darf nicht fehlen und nicht selten finden sich auch Morddrohungen auf den Wahlplakaten. Es ist eine Art linker Volkssport, die Konterfeis der wahlwerbenden FPÖ-Politiker zu beschmieren oder zu zerstören.

Die anderen Parteien und die Mainstreammedien sehen dem Treiben mit distanziertem Wohlwollen zu. Berichtet wird in den heimischen Blättern darüber natürlich nicht. Warum auch? Wer aus der politisch korrekten Schafherde ausschert, der hat es nicht anders verdient. Eine inhaltliche Auseinandersetzung in rechtsstaatlichem Rahmen? Nicht wenn es um die Freiheitlichen und jene die politisch rechts von Werner Faymann und Sebastian Kurz stehen geht. Deshalb geht es den politisch korrekten Opinion Leaders auch am Allerwertesten vorbei, wenn gegen poltische Konkurrenten aus dem nichtlinken Lager gehetzt wird, Rufmordkampagnen gestartet, sie beleidigt werden oder ihnen wirtschaftlicher Schaden zugefügt wird (Wahlplakate gibt es schließlich nicht gratis). Sogar bei mehr oder weniger offenen Gewaltaufrufen oder Morddrohungen sieht man – meist mit Verweis auf künstlerische Freiheit – großzügig darüber hinweg.

Wo ist der Sniper, wenn man ihn braucht?

Das müssen diese Kreaturen schon aushalten. Selber schuld, hätten sie die richtige Meinung. Man findet es sogar lustig, wenn die beiden Staatsfunk-Komiker Stermann und Grissemann sich anlässlich einer von Strache besuchten Sarrazin-Lesung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk fragen: „Wo ist der Sniper, wenn man ihn braucht?“ Schenkelklopf. Ein Skandal? Natürlich nicht.

Nein, das ist kein Aufruf zur Gewalt, das ist Humor, künstlerische Freiheit, Satire, bei rechten Schweinen geht das in Ordnung. Und wenn ein aufgehetzter Wahnsinniger solche lustigen Gags in die Tat umsetzt, ist das auch nicht weiter schlimm und im stillen Kämmerlein…

Völlig anders sieht die Sache hingegen aus, wenn ein Säulenheiliger der Gutmenschen kritisiert oder beschimpft wird. Da gehen die medialen Wellen hoch, die Bedenkenträger mahnen und der Empörungslevel der Dauerempörten schlägt in den roten Bereich aus. So geschehen dieser Tage in Wien. Ein Unbekannter hat auf einem Parkplatz vor dem ORF-Zentrum „Armin Wolf – linke Ratte“ gesprayt.

Majestätsbeleidigung gegen Armin Wolf

Das Bild war Tags darauf in den großen Boulevardzeitungen zu sehen. Armin Wolf durfte Statements abgeben. Eine große Sache, Aufregung im heimischen Blätterwald, schließlich wird Wolf von seinen politisch korrekten Fans geradezu verehrt. Quasi Majestätsbeleidigung. So ein Graffiti muss natürlich groß in die Zeitungen, damit sich Wolf und seine Fans bestätigt fühlen: Was sind wir nicht für tolle und mutige Hechte und wie dumm sind doch die Durchschnittsösterreicher. Der Durchschnittsösterreicher ist immer der andere und hat für diese Menschen dieselbe Funktion wie der Ausländer für einen Rassisten.

Zudem gehört es zur Inszenierung eines jeden Gutmenschen, sich als besonders unbeugsam und couragiert darzustellen, der sich mutig jeder Gefahr stellt. Weil man aber in der Realität keine ernsthaften Feinde hat (mit denen legt man sich nämlich nicht an), ohnehin nur offene Türen einrennt und sich ausschließlich solche Gegner aussucht, die garantiert, harmlos und gesellschaftspolitisch unbedeutend bis mausetot sind (Kirche etc.) lebt es sich als mutiger Kämpfer für das Gute recht bequem und gefahrlos. Da kommt so ein Sprayer wie bestellt. Leider kommt so etwas nur alle heiligen Zeiten vor, deshalb muss es auch medial und marketingtechnisch gut ausgeschlachtet werden.

Der Artikel von Werner Reichel ist am 13. August 2015 auf der Internetseite www.orf-watch.at erschienen, auf der renommierte Journalisten es sich zur Aufgabe gesetzt haben, eine unabhängige Kontrolle des ORF und seines Gebührenmonopols auszuüben.

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