China schafft Ein-Kind-Politik ab

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KP-Zentralkomitee beschließt nach 35 Jahren, dass chinesische Paare in Zukunft zwei Kinder haben dürfen

Peking – China hat offiziell das Ende seiner umstrittenen Ein-Kind-Politik verkündet. Von nun an dürften alle Paare mit staatlicher Erlaubnis zwei Kinder bekommen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag. Der Beschluss wurde bei einem viertägigen Treffen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei gefasst.

China hatte bereits Ende 2013 eine Lockerung der Ein-Kind-Politik beschlossen, diese aber bisher nur in einzelnen Provinzen umgesetzt. Von da an durften Paare zwei Kinder bekommen, wenn ein Elternteil ein Einzelkind war.

Nun wird die 1979 eingeführte generelle Ein-Kind-Regel offiziell aufgehoben, um die schädlichen Auswirkungen auf die älter werdende Gesellschaft zu beheben. Außerdem soll damit die gezielte Abtreibung von Mädchen reduziert werden, die mittlerweile zu einem deutlichen Überhang junger Männer in der chinesischen Gesellschaft geführt hat.

Höhere Geburtenrate notwendig

Paare durften seit Ende der 1970er-Jahre nur noch ein Kind bekommen, um die hohe Bevölkerungsanzahl in der Volksrepublik unter Kontrolle zu bekommen. Bei Verstößen drohten Geldstrafen, Jobverlust und in manchen Fällen Zwangsabtreibungen oder -sterilisierungen. Die Vorschriften gelten aber längst als überholt. So nahm 2012 die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter erstmals seit Jahrzehnten ab.

Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften hatte laut früheren Medienberichten eine Zwei-Kind-Politik als Antwort auf die Alterung der Gesellschaft und eine fallende Geburtenrate vorgeschlagen. Eine Chinesin bekommt mittlerweile im Schnitt weniger als 1,6 Kinder, für eine stabile Bevölkerung ist eine Quote von 2,1 nötig.

Die Ein-Kind-Politik wurde einst eingeführt, um eine befürchtete Bevölkerungsexplosion zu verhindern. Neben der auf Dauer sehr starken Alterung der Bevölkerung wurde jedoch nicht bedacht, dass in der chinesischen Gesellschaft männliche Nachkommen traditionell ein viel höheres Ansehen als die weiblichen genießen. Das führte zur weitverbreiteten gezielten Abtreibung von Mädchen. Mittlerweile kommen in China bei der Geburt 1,15 Buben auf ein Mädchen – das natürliche Verhältnis wäre 1,05 zu eins. (APA, 29.10.2015)

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