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Auf tönernen Füßen! Wer sich zu sicher ist, in dem was er tut und macht, ohne sich um die Basis seines Wirkens Gedanken zu machen, der steht, so mächtig das Gebilde auch sonst aufgebaut ist, auf brüchigen, tönernen Füßen, die oft schneller nachgeben, und alles zum Einsturz bringen können, als man es sich vorstellen kann. Das passiert nicht nur in großen wirtschaftlichen Unternehmen, sondern auch in Staaten und Staatsverbänden, in Kirchen und Religionsgemeinschaften, und kann jeden einzelnen treffen, wenn man sich nicht so ganz sicher darüber ist, worauf die eigene Existenz fußt. Die Menschheitsgeschichte ist voll von Beispielen, wie schnell etwas, was für die „Ewigkeit“ gedacht und aufgerichtet war, in sich zusammengebrochen ist, weil man sich in seinem Geltungsdrang und Größenwahn nicht um ein gutes, tragfähiges Fundament gesorgt und gekümmert hat, das auch starken Erschütterungen standhält, sondern nur hoch hinaus wollte, um den eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Auch in aktuellen Ereignissen und Geschehnissen in der Welt, findet man solche Beispiele en masse, und man kann fast täglich auch von Zusammenbrüchen lesen, bzw. merkt man selbst, wie wackelig und brüchig sich so manch großes Gebilde verhält. Der biblische Koloss auf tönernen Füßen ist sprichwörtlich geworden, auch wenn man geneigt ist, den Vergleich auf Großmächte anzuwenden, die nach langer Herrschaft über große Teile der Welt zwar immer noch große militärische und wirtschaftliche Mittel haben, aber kaum mehr die Welt so lenken können, wie sie es wollten. Jede und jeder für sich, muss aber auch ab und zu überprüfen, auf welcher Basis er seine Pläne macht und sein Leben gestaltet. Gerade das Glaubensfundament kann schnell brüchig werden, wenn man sich nicht kümmert, wenn man nicht im Dialog mit Gott bleibt, wenn einem Bibel und kirchliches Leben wie Glaubensleben gleichgültig werden. Wenn einem dann eine echte Tragödie trifft, dann wird der Schicksalsschlag einem umwerfen können wie den tönernen Riesen. Aber manchmal braucht man auch die Erschütterung, das Aufwachen und auch die Grobheit des Erwachens, sonst ändert man nichts. Gerade in der Hilflosigkeit des Zu-sich-selbst-Kommens, in der Erbärmlichkeit des Grenzerlebnisses, im Erkennen der oft eigenen Schwachheit, trägt nur das lebendige Wort. Dazu braucht es aber auch wache Hörer (nicht nur in Politik, Wirtschaft und Kultur), und die Bereitschaft, sein Fundament zu stärken, um eine Ahnung von der Fülle zu erhalten, zu der man gerufen und befähigt ist. (BOG)

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