Ungarn: Kanzler Faymann sieht keinen Unterschied zwischen Solidarität und Dummheit

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Quelle: Unzensuriert

Faymann kennt laut ungarischem Außenminister den Unterschied zwischen Solidarität und Dummheit nicht. Foto: Werner Faymann / flickr (CC BY-SA 2.0)

Faymann kennt laut ungarischem Außenminister den Unterschied zwischen Solidarität und Dummheit nicht.
Foto: Werner Faymann / flickr (CC BY-SA 2.0)

Harte Kritik aus Ungarn für den österreichischen Bundeskanzler – und so deutlich hat es noch keiner gesagt: Hinsichtlich der Migration würde Werner Faymann „keinen Unterschied zwischen Solidarität und Dummheit“ sehen. Das sagte Ungarns Außenminister Peter Szijjarto am Sonntag gegenüber der ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Damit hat sich der Ton zwischen Wien und Budapest nochmals verschärft.

Faymann ungehobelt und unhöflich

Ungarns Regierungssprecher Zoltán Kovács hat bereits im September klare Worte für den SPÖ-Kanzler gefunden. Faymann sei ungehobelt grob und ungerecht, sehr unhöflich und am Höhepunkt der Flüchtlingskrise, als tausend Menschen auf der Autobahn Richtung Wien marschierten, mehr als sechs Stunden für den ungarischen Premierminister nicht erreichbar gewesen. Der ungarische Regierungssprecher las dem österreichischen Bundeskanzler gehörig die Leviten:

Ihr Österreicher lasst 4500 Leute rein, ohne sie zu identifizieren. Ich habe das gestern Nacht an der Grenze gesehen. Ihr wisst überhaupt nicht, wen ihr in euer Land gelassen habt. Niemand fragte nach Dokumenten. Und es gab einen 20 Kilometer langen Stau an der Grenze; europäische Bürger saßen vier Stunden lang gestrandet in ihren Autos fest. Es ist Zeit für Österreich und Deutschland, über ihre Inkonsistenz nachzudenken.

Am Höhepunkt dieser Auseinandersetzung zog Faymann dann in einem Spiegel-Interview den ungeheuerlichen Holocaust-Vergleich. Der Kanzler rastete völlig aus und sagte den verheerenden Satz:

Flüchtlinge in Züge zu stecken in dem Glauben, sie würden ganz woandershin fahren, weckt Erinnerungen an die dunkelste Zeit unseres Kontinents.

Darüber war nicht nur Ungarns Premierminister Viktor Orbán empört, der den österreichischen Botschafter ins Außenministerium zitierte, sondern auch Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), der gegenüber der Tageszeitung Österreich sagte: „Nicht hilfreich und eines Staatsmannes nicht würdig.“

Kürzung von EU-Mitteln für Flüchtlingsverweigerer

Der Krieg der Worte zwischen Österreich und dem Nachbarn Ungarn geht nun mit der Feststellung weiter, dass Faymann in der Flüchtlingsfrage keinen Unterschied zwischen Solidarität und Dummheit sehe. Hintergrund sind laut der Nachrichtenagentur MTI Aussagen Faymanns in österreichischen Medien, in denen er die Bedeutung der Solidarität in der Flüchtlingsfrage betonte und für die Kürzung von EU-Mitteln für jene Staaten eintrete, die sich einer EU-weiten Aufteilung von Flüchtlingen verweigern.

Laut Ungarns Außenminister Szijjarto sei es Solidarität, wenn notleidenden Menschen dabei geholfen werde, dass sie nahe ihrer Heimat, unter menschenwürdigen Bedingungen, leben und nach Beendigung der Konflikte in ihre Heimat zurückkehren könnten, schrieb MTI. Dummheit wiederum sei, wenn „jemand Hunderttausende, Millionen unkontrolliert nach Europa holen will“.

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