Pröll kneift erneut – Kommt jetzt „Refugees welcome“-Kandidat Konrad?

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Quelle: Unzensuriert

Christian Konrad ist als gemeinsamer Kandidat der Regierungsparteien im Gespräch. Foto: Roland Rudolf

Christian Konrad ist als gemeinsamer Kandidat der Regierungsparteien im Gespräch.
Foto: Roland Rudolf

Erwin Pröll sagt zum dritten Mal hintereinander Nein. Der Landeshauptmann von Niederösterreich bleibt, was er ist, und kandidiert nicht als Bundespräsident. Das hat ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner gestern in der ZiB 2 bekanntgegeben. Die angeblich so versierten Polit-Kommentatoren in den Medien wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Sie hatten Prölls Kandidatur quasi schon als fix vermeldet.

Schlechte Erfolgsaussichten oder einfach Bequemlichkeit?

Die Spekulationen, warum Niederösterreichs „Landeskaiser“ nicht antritt, sind vielfältig. „Möglicherweise gaben rein private, innerfamiliäre Gründe den Ausschlag“,schreibt Michael Jungwirth kryptisch in die Kleine Zeitung. Wer die Gerüchte der letzten Jahre kennt, der weiß, dass das sehr viel bedeuten kann. Auch mangelnde Erfolgsaussichten angesichts großer Konkurrenz könnten Pröll die Freude an der Kandidatur verdorben haben. Niederösterreich-Kenner hingegen vermuten eher Bequemlichkeit als Hauptmotiv. Im blau-gelben Bundesland hat Pröll die Medien unter voller Kontrolle, bei einer bundesweiten Kandidatur müsste er sich auch kritische Fragen gefallen lassen. Damit kann der auch als Choleriker bekannte „Landesfürst“ ausgesprochen schlecht umgehen.

ÖVP sucht nach Alternativkandidaten

„Pröll folgt dem vom ihm selbst aufgestellten Gesetz der Serie – zuerst anzukündigen um dann wieder zurückzuziehen“, kommentiert FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl die misslungene Aktion der ÖVP, die nun nach Alternativen Ausschau halten muss – und wohl auch wird. Denn trotz ihrer aktuell inferioren Umfragedaten hat die Volkspartei durchaus Chancen, diese Wahl zu gewinnen, wenn sie einen Bewerber mit einigermaßen Format aufstellt. Die Konkurrenz vor allem des Regierungspartners SPÖ wird bescheiden ausfallen. Sozialminister Rudolf Hundstorfer ist angesichts ausufernder Arbeitslosenzahlen nicht gerade am Zenit seiner Beliebtheit.

Christian Konrad als „Medienkandidat“?

Einen „Schwarzen“ gibt es jedoch, der als ÖVP-Kandidat sicher keine Chance hätte, aber dennoch oft genannt wird: der ehemalige Raiffeisen-Generalanwalt und heutige„Asyl-Koordinator“ Christian Konrad. Sein Antreten würde den Wunsch vieler Journalisten erfüllen, ein klares „Refugees welcome“-Signal auszusenden. Jedoch wäre Konrad nur dann chancenreich, wenn er auch auf die Unterstützung des linken Lagers bauen kann – also durch eine Kandidatur für beide Regierungsparteien SPÖ und ÖVP. Die könnten dadurch auch ein Zeichen der Einigkeit aussenden, die man bei den laufenden Regierungsgeschäften oftmals vermisst.

„Letzte Hoffnung Konrad“, titelt daher auch Johannes Huber nach der Pröll-Absage in seinem politischen Analyse-Blog dieSubstanz.at und schreibt:

Zumal insbesondere ein Alexander Van der Bellen, aber auch eine Irmgard Griss als mögliche Mitbewerber um das Bundespräsidenten-Amt nicht zu unterschätzen sind, wäre die sicherste Variante für Faymann und Mitterlehner unter all diesen Umständen ein gemeinsamer Kandidat.

Und gleich danach macht Huber auch klar, warum der sonst nicht sehr sympathische Ex-Banker ein Liebling der Medien werden könnte:

In der ÖVP tief verwurzelt, hat er sich zuletzt als Flüchtlingskoordinator auch in der Sozialdemokratie Ansehen verschafft; indem er etwa Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) widersprach und feststellte, dass das „Boot noch lange nicht voll“ sei; dass die Herausforderungen also bewältigbar seien.

Wer vertritt die Kritiker an der Asylpolitik?

Wenn Konrad antritt, wird es allerdings eng im „Bahnhofsklatscher“-Lager. Denn auch der über seine Partei hinaus beliebte Grüne Alexander Van der Bellen gilt als fixer Kandidat. In diesem Fall wären die Aussichten gerade für einen solchen Bewerber groß, der – in Übereinstimmung mit großen Teilen der Bevölkerung – ein Umdenken in der schrankenlosen Einwanderungspolitik fordert.

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