Türkei, Russland, und das Ende eine unwahrscheinlichen Allianz

Gepostet am Aktualisiert am

European Council on Foreign Relations
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23/06/2016

Quelle: ECFR

Solche Freunde hat:

Türkei, Russland, und das Ende eine unwahrscheinlichen Allianz

Die wachsende Freundschaft zwischen Russland und der Türkei war in den letzten Jahren ein grosses Problem für Europa. Aber: Seitdem die Türkei einen russischen Kampfjet über Syrien abgesachlossen hat, erscheint diese Freundschaft seit November 2015 wie verflogen.

Die beiden Länder, die ursprünglich innerhalb von 10 Jahren wirtschaftlich zusammengewachsen waren sind wie ausgewechselt. Obwohl zuvor die Beziehung der beiden starken Führer zuvor zu einer anti-westlichen Achse geworden wäre. Einer Achse, welche der europäischen Gemeinschaft Grenzen aufgezeigt hätte.

Aber der Abschuss des Jets führte zu so einer Verstimmung, dass es letztendlich sogar im Stellvertreterkrieg Syriens ankerte. Einer Spirale welche alle Bemühungen so beschädigten, dass man nun nicht einmal gemeinsam mit der Flüchtlingskrise fertig wird.

So sieht dies ein Grundlagenpapier des European Council of Foreign Relations.

„Von Freunden wie der Türkei und Russland, oder das Ende einer Allianz“, argumentiert das Europa durchaus einen Nutzen davon hat, wenn der Konflikt wächst.

Der syrische Krieg und die Flüchtlingskrise, sowie die Kurdenfrage kommen der EU also durchaus gelegen.

Und die Türkei ist nicht nur ein Mitglied der NATO, sondern auch ein EU Kandidat, sowie ein wichtiger Teil der geplanten russischen Energieroute nach Europa.

Die Spannungen die also ursprünglich als Streit zwischen Freunden in Syrien begannen, in dem man sich in die regionalen Kämpfe hineinziehen liess – während die Russen Assad unterstützten.

Die Türkei allerdings für einen Regimewechsel plädiert. Und damit ist die Allianz endgültig zerstört.

Dazu führte, dass die Russen den Pakt mit der Türkei einseitig beendeten und sich mit den Kurden anfreundeten. Ein Tiefschlag in den Magen in Ankara und eine weitere Annäherung an die NATO und an den Westen.

Ein Machtkampf zwischen den Russen und der Türkei, die die Grenzen Europas schützen sollten.

Die Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation birgt. Die Türken dazu veranlasst, ihren Luftraum zu schützen, während die Russen versuchen, den Syrienkonflikt zu beenden.

Und ein Weg zurück zur Normalität? Wirklich schwierig.

Europa sollte die Chance nützen und die Verhandlungskomponente zwischen den Russen und den Türken einnehmen, um nationalen Stolz und Günstlingskapitalismus zu beenden. So bald wie möglich in beiden Staaten wieder zur Demokratie zurück zu kehren.

Ein Grundwert der europäischen Union, welcher heute viel zu häufig vergessen wird.

Gleichzeitig aber sollte Europa aber auch seine Rolle im Syrienkonflikt stärken, um auch diesen so bald wie möglich zu beenden.

Damit es im Land nicht Russland gegen Türkei einschliesslich des Problems der Kurden heisst, sondern sich die Situation wirklich verändert, die Spannungen innerhalb der Türkei zu reduzieren und sicherzustellen, dass Europa nicht aus dem High-Stakes-Spiel ausscheidet, welches momentan die USA und Russland um dieses Gebiet spielen.

Autor Asli Aydintasbas sagte:
„Die Türken und die Russen haben haben ihre Feindschaft zueinander entdeckt und bieten den internationalen Truppen momentan die Gelegenheit, um nicht als böse zu gelten. Für die Russen gilt der Türkei wieder einmal las kranker Mann Europas so wie dies schon einmal zu Zeiten Zars Nikolaus I gewesen ist. Damals als die Russen und die Türken auf der Krim aufeinander trafen.Da spielt die Kurdenfrage eine weniger bedeutende Rolle. Und das man sich einigen kann? Gilt als eher unwahrscheinlich, da in kurzen Abständen die Situation von Erdogan immer wieder aufgeheizt wird.Der Wunsch Erdogans in Syrien einen Regimewechsel zu erreichen, während die Russen Assad halten wollen, hat zu einem deutlich weiteren Konflikt geführt.

Niemand kann also garantieren, dass die Russen und die Türken nicht demnächst mit Kampfjets aufeinander los gehen, sich gegenseitig Flieger abschiessen und oder das syrische Territorium dazu nutzen, einen offenen Krieg auszutragen.

Der Westen aber hat ein hohes Interesse daran, dass man nicht wieder zu wirtschaftlichen Beziehungen zurückkehrt.“

Europa aber hat ein begründetes Interesse daran das es der Türkei wirtschaftlich gut geht und die Stabilität wieder hergestellt wird. Deutlich weniger Interesse an der NATO Mitgliedschaft der Türkei.

Die Beendigung des syrischen Konflikts würde also im Interesse Europas bestehen, um die Achse Russland Türkei wieder herzustellen. Ganz im Gegensatz zum Interesse der USA, welche einem starken auftreten der ISIS durchaus etwas abgewinnen könnten.

Nämlich den Streit zwischen den Russen und der Türkei, um die Wirtschaftsbeziehungen nicht wieder zu normalisieren.

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