Jobs für Wrabetz-Bruder und Brandstätter-Sohn: So macht sich Kern Medienmagnaten gefügig

Gepostet am

Quelle: Unzensuriert

"Tu felix austria nube": Christian Kern hat Werner Faymanns Inseraten-Unkultur verfeinert und flicht zarte Familienbande. Foto: flickr.com - Franz Johann Morgenbesser - CC BY-SA 2.0

„Tu felix austria nube“: Christian Kern hat Werner Faymanns Inseraten-Unkultur verfeinert und flicht zarte Familienbande.
Foto: flickr.com – Franz Johann Morgenbesser – CC BY-SA 2.0
Kurz nach Amtsantritt des ohne eine einzige Wählerstimme von der SPÖ zum Kanzler erkorenen Christian Kern stand fest: Der Bruch mit dem System Faymann umfasst jedenfalls nicht die Inseraten-Unkultur, die „Inserator“ Werner Faymann zuvor auf eine vorläufige Spitze getrieben hatte.

Inserator 2 – Kern setzt Tragikomödie fort

Die FPÖ machte Ende Juli auf nicht gekennzeichnete Werbung für Kerns Lieblings-Initiative zur Förderung von „Start up“-Unternehmen aufmerksam. Abgebildet war auf den drei Seiten der Zeitung Heute natürlich Kern, während sich das Logo der Firma seiner Ehefrau Eveline Steinberger-Kern unter den Sponsoren fand. Unterstützer oder Profiteur ist indes eine Frage, die noch zu klären sein wird, denn FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl will wissen, „ob die genannten privaten Sponsoren dieses Berichts für ihr Engagement in dieser Sache Geld von den genannten staatlichen oder teilstaatlichen Unternehmen erhalten“.

Doch Kern hat als „Inserator 2“ den Gipfel der Dreistigkeit noch längst nicht erklommen. Während er sich in Zeitungsinterviews unverhohlen für die jüngst erfolgte Vertrags-Verlängerung von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz aussprach, stellte er – weniger laut – dessen Bruder Bernhard im Bundeskanzleramt an. Laut Standard ist er dort als „außenpolitischer Berater“ tätig. Mehr wert als die Leistung in diesem Bereich ist für Kern gewiss die Dankbarkeit des ORF-Bruders.

Österreich behauptet: Auch Sohn von Kurier-Boss bekam Job

Wie nun bekannt wurde, dürfte diese Art von Gefügigmachung der Medienchefs keine Ausnahme sein. Die Zeitung Österreich berichtet genüsslich über einen fast noch dreisteren Kern-Coup, der sich demnach im Herbst 2015 ereignet haben soll. Der heutige Kanzler war damals noch ÖBB-Chef, arbeitete allerdings – so stellte es zumindest der andere potentielle Faymann-Nachfolger Gerhard Zeiler dar – bereits eifrig an der Machtübernahme in der Republik. Dennoch brachte Kern laut Österreich bei der Bahn noch frisches Personal in Form des 25-jährigen Brandstätter-Sprosses unter:

Und zwar direkt im Büro des damaligen ÖBB-Chefs Christian Kern. Und auf einem eigens für den Kurier-Filius geschaffenen Job für „Strategie“ – was immer das sein mag.

In der diesmal nicht namentlich gezeichneten Kolumne „Politik-Insider“ wird das Boulevardblatt gegen denKurier-Chef deutlich:

Fest steht, dass der Brandstätter-Sohn direkt dem ÖBB-Chef unterstellt war. Und fest steht, dass Brandstätter senior in seiner Funktion als Kurier-Chefredakteur seit der Versorgung seines Sohns in keinem einzigen Kommentar mehr ein wirklich kritisches Wort über den ÖBB-Chef oder den Kanzler Kern verloren hat. Fest steht schließlich, dass in allen westlichen Demokratien eine derartige Familienversorgung als für unabhängige Journalisten absolut unzulässig gilt – ein klarer Fall von „Unvereinbarkeit“.

Brandstätter tobt indessen auf Twitter über die Story, bezeichnet Österreich als „Fälscherwerkstatt“ und dessen Herausgeber Wolfgang Fellner als „Lügner und Fälscher“. Es werde auf „unbeteiligte Kinder“ geschossen, nimmt er auf seinen 25-jährigen Sohn Bezug, moniert, dass dessen Name falsch geschrieben worden sei, und kündigt Klagen an. Was konkret an der Österreich-Story gelogen sein soll, ist Brandstätter trotz mehrerer Anfragen anderer Twitter-Nutzer jedoch nicht zu entlocken, was den Nationalratsabgeordneten Marcus Franz zu dieser Bemerkung veranlasste:

Mit ein paar Schimpftiraden gegen Intimfeind Fellner wird es für Brandstätter wohl nicht getan sein. Sollte dieÖsterreich-Geschichte auch nur annähernd stimmen, so ist der Fall wohl sogar eine Nuance geschmackloser als die Anstellung des immerhin im Leben und in der Diplomatie erfahrenen Wrabetz-Bruders im Kanzlerbüro.

Wehleidig, wenn es um die eigene Familie geht

Das wehleidige Lamentieren über Angriffe auf die Familie klingt aus Brandstätters Mund besonders unglaubwürdig. Denn zuletzt sprang der Kurier mit Begeisterung auf eine ziemlich substanzlose NEWS-Geschichte auf, der zufolge der Bruder von FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer im neu grgündeten Sicherheitsreferat des rot-blau regierten Burgenlands tätig ist. Norbert Hofer äußerte sich zu diesem Vorhalt weniger beleidigend und wesentlich konkreter als Brandstätter zum angeblichen Tob-Job seines Sohnes: Christian Hofer verdient demzufolge 1.700 Euro brutto im Monat – und das mit jahrzehntelanger Berufserfahrung.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s