Wahlsieg Donald Trumps ist ein Anzeichen dafür, dass Meinungsforschung völlig ausgedient hat

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Quelle: Unzensuriert

Die schweigende Mehrheit der Amerikaner wählte, wen sie wollte, und nicht, wie es die Demoskopen vorausgesagt haben. Foto: Matthew Trudeau Photography / Wikimedia (CC0 1.0)

Die schweigende Mehrheit der Amerikaner wählte, wen sie wollte, und nicht, wie es die Demoskopen vorausgesagt haben.
Foto: Matthew Trudeau Photography / Wikimedia (CC0 1.0)
Ein Wahlsieg des republikanischen Kandidaten Donald Trump galt eigentlich als völliges Ding der Unmöglichkeit. Jedenfalls wenn es nach den allermeisten Meinungsumfragen ging, die stets Hillary Clinton einen satten Vorsprung bescheinigt hatten. Nur Donald Trump strahlte bis zuletzt eine siegessichere Zuversichtlichkeit aus, denn er setzte, wie er immer wieder versichert hatte, auf die schweigende Mehrheit der Amerikaner. Und diese „silent majority“ war es dann mit Sicherheit auch, die den Meinungsforschungsinstituten bewies, dass ihre Umfragen nicht das Papier (den Fachmann) wert sind, auf dem sie gedruckt (von dem sie verkündet) worden sind.

Bis zuletzt lag Donald Trump in Umfragen hinten

Selbst wenige Stunden vor der Wahl waren sich die großen Institute wie Survey Monkey, Ipso oder ABC/Washington Post sicher, dass Hillary Clinton Präsidentin werden würde. Aber auch bei der „renommierten“ The New York Times lag Clinton eigentlich uneinholbar vor dem jetzigen Präsidenten Trump, genauso wie bei den NBC News und nahezu allen anderen landesweiten Medien und Webseiten. Von 67 Umfragen sahen nur vier Donald Trump, und da auch nur mit einem hauchdünnen Vorsprung, vorne.

Eigentlich lag Donald Trump den gesamten Wahlkampf hinter seiner Herausforderin meinungsumfragemäßig weit zurück, manchmal sogar derart abgeschlagen, dass man Clinton bereits gratulieren hätte können. Und knapp vor dem 8. November war man sich zu mehr als 80 Prozent sicher, dass Donald Trump sang und klanglos eine gewaltige Niederlage einstecken werde.

Völlige Fehlvoraussagen

In einigen Bundesstaaten wie etwa Tennessee hatten die Demoskopen besonders eklatante Fehlvoraussagen getroffen. Dort lag man mehr als zwölf Prozentpunkte vom tatsächlichen Ergebnis entfernt.

Normalerweise rechnet man bei jeder Wahlvorhersage mit einer gewissen Ungenauigkeit und eine solche wird als Fehlertoleranz angegeben. Eine Prognose von 52 % etwa bedeutet, dass die Bandbreite – abhängig von der Größe der Stichprobe – etwa 3 % darüber oder darunter liegt und das Wahlergebnis zwischen 49 % und 55 % liegt. Exaktere Angaben sind kaum möglich, da bei einer Umfrage meist nicht mehr als 1.000 Personen befragt werden.

Hexenjagd auf Wähler

Da aber die tatsächlichen Abweichungen in sehr vielen US-Bundesstaaten deutlich größer sind, muss das bedeutet haben, dass genug Trump-Wähler keine Lust hatten, sich zu outen, was wohl auch damit zusammenhängt, dass in diesem Wahlkampf nicht nur auf Trump sondern auch auf seine möglichen Wähler (auch durch Clinton) eine besondere Hexenjagd veranstaltet worden ist.

Diffamierung des politischen Gegners  

Dieses Phänomen, sich in Meinungsumfragen nicht zu einer bestimmten Partei zu bekennen, weil man berufliche Repressalien oder eine gesellschaftliche Ächtung fürchtet, ist auch in Österreich und Deutschland das „große Problem“ der Meinungsforschung. Denn während gewisse Parteien von den sogenannten Qualitätsmedien als wählbar hingestellt werden, diffamiert man die politische Konkurrenz (FPÖ, AfD) mit Schlagworten wie „demokratiefeindlich“ oder „rechtspopulistisch“.

Wähler entscheidet lieber in der Wahlzelle

Deswegen ist es eigentlich verständlich, dass sich die Meinungsforschung auf einem endgültigen Holzweg befindet, weil es der Wähler satt hat, vom Establishment eingelullt zu werden. Daher sieht er es auch als unnötig an, seine demokratische Entscheidung Demoskopen bekanntzugeben. Wichtiger für den Wähler dürfte es sein, dass er noch immer die demokratische Möglichkeit besitzt, seine Stimme für diese Partei oder jenen Kandidaten abzugeben, von der oder dem er erwarten kann, dass seine Anliegen gehört werden.

Und auch wenn das vielen Meinungsforschungsinstituten nicht gefällt, für eine funktionierende Demokratie sind Wähler wichtiger, als spekulative Stimmungsbarometer. Die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten hat das eindeutig bewiesen!

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